Mißhandlungen von Familienangehörigen und Lebensgefährten

Der Artikel 572 StGB zielt darauf ab, die Gesundheit und die psychisch-physische Integrität jener Personen zu schützen, welche Mitglieder einer Familie (auch der nur faktischen) sind.

Die strafbare Handlung besteht dann, wenn eine Person eine zu ihrer Familie gehörende oder mit ihr lebende Person oder eine ihr unterstellte oder ihr anvertraute Person aus Gründen der Erziehung, Unterweisung, Pflege, Überwachung oder des Sorgerechts oder zur Ausübung eines Berufes oder einer Kunst misshandelt wird. Unter Misshandlung fällt gemäß der Lehre und Rechtsprechung jeder Komplex von Misshandlungen, Belästigungen und Unterdrückungen, die sich im Laufe der Zeit wiederholen und beim Opfer ein erhebliches physisches oder moralisches Leiden verursachen oder sogar die volle und zufriedenstellende Entwicklung der Persönlichkeit des Opfers gefährden.

Die Mindeststrafe für das Verbrechen der Misshandlung gegenüber der Familie ist eine Freiheitsstrafe von zwei bis sechs Jahren.

Diese Strafe wird in drei Fällen noch verschärft:

  • wenn die Tat zu einer schweren Körperverletzung führt, ist eine Freiheitsstrafe von vier bis neun Jahren vorgesehen
  • wenn die Tatsache zu einem sehr schweren Personenschaden führt, ist eine Haftstrafe zwischen sieben und fünfzehn Jahren vorgesehen
  • wenn daraus der Tod resultiert, ist eine Haftstrafe von zwölf bis vierundzwanzig Jahren.
Das Verfahren ist Amtswegig verfolgbar und wird vor dem Landesgericht geführt.

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Ewald Rottensteiner LLM

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