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italienisches Mietrecht

Italienisches Mietrecht

Mietverträge sollten vor Abschluss einer anwaltlichen Prüfung unterzogen werden, damit diese klar definiert sind. Dies gilt sowohl für Vermieter als auch für Mieter.

Bei Problemen von Kündigungen, ausgebliebenen Mietzahlungen oder Fragen wer für welche Schäden am Mietobjekt haftet, sollte nicht lange gezögert werden und anwaltlicher Rat gesucht werden.

Grundsätzliches:

Ein Mietvertrag erlangt in Italien erst mit der Registrierung seine Gültigkeit. Vor Abschluss ist grundsätzlich zu prüfen, welche Art von Vertrag abgeschlossen werden soll.

Es gibt den regulierten Mietvertrag (contratto calmierato) und den freien Mietvertrag (contratto libero).

Der regulierte Mietvertrag (contratto calmierato)

Regulierte Mietverträge werden von Mieter- und Vermietervertretern ausgearbeitet. Der Mieterschutz ist hier gut verankert und wird von Seiten des Staates gefördert.

Das italienische Zivilgesetzbuch („Codice Civile“) hat das Mietrecht nur rudimentär geregelt und daher bietet der regulierte Mietvertrag den Ausgleich.

Vorteil des regulierten Mietvertrages stellt auch die Steuerbegünstigung dar, bspw. wird die persönliche Steuerabgabe gemindert und die Registrierungssteuer für den Mietvertrag gesenkt.

Weiters wird auch die Mietzeit festgelegt.

Auch wird durch diesen Vertragstypus die Jahresobergrenze für die Höhe der Mietzinsen bestimmt.

Der freie Mietvertrag (contratto libero)

Für Vermieter kann es oft günstiger sein einen freien Mietvertrag abzuschließen, da die Höhe des Mietzinses flexibler geregelt werden kann.

Die zeitliche Festlegung der Mietdauer ist auch bei diesem Vertragstypus bestimmt.

Die Höhe der Kaution beträgt grundsätzlich drei Monatsmieten.

Nebenkosten

Neben der Kosten für Strom, Gas und Wasser fällt noch die jährliche Registrierungssteuer für den Mietvertrag an, diese beträgt ca. 2 % der jährlichen Miete und ggfs. weitere Steuerabgaben, die vom Mieter zu tragen sind.

Kaution

Die Höhe der Kaution beträgt grundsätzlich drei Monatsmieten und hat den Zweck, durch den Mieter verursachte Schäden beheben zu lassen.

Die Kaution wird durch eine Bank- oder Versicherungsbürgschaft, bar oder durch einen garantierten Scheck entrichtet.

Sollten keine Schäden am Mietobjekt verursacht worden sein, dann muss der Vermieter die Kaution innerhalb von zwei Monaten zurückgeben und die jährlich angefallenen Zinsen zu überweisen.